Morgens um sieben bzw. nine to five

Mal wieder ein Blog-Beitrag – Zeit wird’s! Warum ich hier so selten etwas Neues einstelle? Weil ich gerade mitten in Hollyhill 2 stecke und dauernd das Gefühl habe, ich muss schreiben, schreiben, schreiben, und nicht bloggen, bloggen, bloggen. Auf der anderen Seite verbringe ich so viel Zeit vor dem Computer, die ich NICHT schreibe, dass ein Blog-Beitrag hier und da eigentlich ein absolutes Muss ist.

Ich will hier gar nicht von Prokrastination reden (Ist das eigentlich Modewort zur Zeit? Irgendwie habe ich das Gefühl, es begegnet mir seit einigen Wochen dauernd – und ich kann es nicht leiden ;-). Aber gerade wer sich mit Schreiben beschäftigt, für den hält das Internet einiges an Zerstreuung bereit, denn das Netz ist voll von Tipps und Tricks, schlauen Ratschlägen und Kniffen und Beispielen dafür, wie andere Autorinnen und Autoren das so machen. Eine Kollegin schickte mir vergangene Woche dies: Die täglichen Rituale und kreativen Gewohnheiten von Schriftstellern und Künstlern. Bei Lieblingssätze stolperte ich über 15 berühmte Autoren und wie sie schreiben. Welche Schlüsse ich daraus ziehe?

Erstens: Ich lasse mich heute noch genauso gerne ablenken wie zu Schulzeiten, und das obwohl ich viel lieber schreibe als ich je Hausaufgaben gemacht hätte. Zweitens: Es ist hochspannend und sehr amüsant zu lesen, wie andere so etwas Riesiges wie einen Roman bewältigen – aber letztlich gibt es eben doch nur einen Weg, und zwar den eigenen. Wobei, drittens, dieser Weg augenscheinlich für die meisten doch irgendwie gleich aussieht.

Es geht vor allem um – Routine. Disziplin. Einen geregelten Tagesablauf. Ganz seltsamer Weise scheint die Schreiberei für viele Autoren ein Nine-to-Five-Job zu sein – so unglaublich das auch klingen mag. Wer sich vorstellt, jemand, der an einem Roman arbeitet, täte dies im Schatten eines Baumes im Englischen Garten oder im hintersten Winkel eines altmodischen Cafés – nunja, solche Autoren mag es auch geben, die allermeisten allerdings stehen früh auf, setzen sich an den Rechner, schreiben, schreiben, schreiben und schalten ihn erst Stunden später wieder aus.

Pulitzerpreisträger W.H. Auden hielt Routine für ein Zeichen von Ehrgeiz – er selbst stand um 6 Uhr auf, machte sich Kaffee und damit gleich an die Arbeit, weil er offenbar in den Stunden zwischen 7 und 11.30 Uhr am leistungsfähigsten war (ich würde sagen, dass das auch meine besten Stunden wären, würde ich sie nicht meistens vor dem Internet verplempern …). Mark Twain ging jeden Morgen gleich nach dem Frühstück in sein Arbeitszimmer und sperrte sich weg bis nachmittags um fünf. Nach dem Abendessen las er seine Familie sein Tagwerk vor. Nicolas Sparks hat sich ein Tagespensum von 2000 Wörtern gesetzt, die er zwischen 9 und 14 Uhr versucht, zu Papier zu bringen.

Das ist – sportlich, würde ich mal sagen, auf der anderen Seite hat Nicolas Sparks schon so viele Bücher geschrieben, wenn er keine Routine darin hat, wer dann? Womit wir wieder beim Thema wären: Morgens um sieben bzw. nine to five – warum schreiben und vor allem wie?

Ganz anti-prokrastinationsmäßig werde ich mich jetzt nicht länger mit den Wie‘s der anderen beschäftigen, sondern mich meinem eigenen widmen. Für alle, die sich also fragen, was Alexandra Pilz an einem Schreib-Tag so treibt: Sie versucht, so früh wie möglich aufzustehen, schafft es aber selten vor halb acht. Dann kocht sie Kaffee und setzt sich meist als erstes damit vor den Computer, um diverse Seiten abzusurfen. Sie versucht, NICHT im Netz hängenzubleiben und spätestens ab 9.30 Uhr alle Programme außer Pages zu schließen, um damit in der alles ausblendenden Vollversion nach Hollyhill zu reisen, bis sie mindestens fünf Seiten geschafft hat! Hach! So viel zur perfekten Wunschvorstellung! Und wenn sie nicht gerade prokrastiniert, dann träumt sie noch immer davon … 😉

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