Gerade gelesen: Pushing the Limits

My Father is a control freak, I hate my stepmother, my brother is dead and my mother has … well … issues. How do you think I‘m doing?

Dieser Einstieg besagt schon einiges über die Hauptfigur, die Echo heißt, und eines Tages im Krankenhaus aufwacht, Rücken und Arme voller Narben und das Gedächtnis wie leergefegt: Sie kann sich nicht an das erinnern, was passiert ist, und niemand will es ihr sagen. Sie wird zum Schulfreak. Zur Außenseiterin. Und landet plötzlich in einer Reihe mit den anderen Freaks und Außenseitern, zu denen sie niemals gehören wollte. Noah Hutchins beispielsweise wird ebenso oft zur Schulpsychologin gerufen wie Echo selbst, darüber hinaus aber haben die beiden so gar nichts gemeinsam. Sollte man meinen. Denn natürlich hat Autorin Katie McGarry, deren Debüt „Pushing the Limits“ ist, mit ihren Hauptfiguren anderes im Sinn. Und zum Glück macht sie aus der klassischen Good-Girl-liebt-Bad-Boy-Geschichte noch ein bisschen mehr.

  1. Ihre Hauptfigur Echo ist wirklich, wirklich verletzt worden. Psychisch in einem ungewöhnlich schlimmen Maß, aber auch physisch, und die Narben sind und bleiben sichtbar, und damit wird sie leben müssen. Das unterscheidet sie von all den anderen ehemaligen Highschool-Prinzessinnen, denn für sie gibt es keine Möglichkeit, dass am Ende wieder alles so ist, wie es mal war.
  2. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, aus Echos und aus Noahs Sicht. Das macht es insofern interessant, als dass man beide Charaktere gleichermaßen nachvollziehen kann, lässt aber kaum mehr Geheimnisse offen (zumindest nicht, was die beiden angeht). Dass die Liebesgeschichte trotzdem ihre Spannung behält, liegt vor allem daran, dass die Chemie zwischen den beiden Figuren stimmt. Sie stimmt zu hundert Prozent. Allerdings: Dass Noah nicht wirklich ein Bad Boy ist, nicht einmal im Ansatz, ist ein Punkt, den man als Leserin überwinden muss (das „nicht einmal im Ansatz“, denn wer mag schon einen durch und durch bösen Charakter. Hm. Manche vielleicht).
  3. „Pushing the Limits“ ist eine 1A-Coming-of-Age-Geschichte getarnt als klassische Außenseitergeschichte getarnt als Liebesgeschichte, die außergewöhnlich viel Familiendrama beinhaltet. Wirklich außergewöhnlich viel. Aber was am Wichtigsten ist: Die Hauptfigur ist glaubhaft und nachvollziehbar und sie ist stark. Echo ist ein Mädchen, dass sich freistrampeln will von den Urteilen und Vorurteilen der anderen, die lernen möchte, für sich einzustehen (und für die, die sie liebt), die das am Ende hinbekommt, und zwar aus ganz eigener Kraft. Das ist ein schöner Ansatz, und deshalb habe ich das Buch sehr gern gelesen.
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: